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Meine Uni

Studieren in K?ln. Was f?r ein Abenteuer! Was f?r ein Spa?! Was f?r ein Erlebnis!
Ich erinner mich noch gut daran, als ich mit zitternden H?nden den Zulassungsbescheid der Universit?t zu K?ln in den H?nden hielt. Schon allein der Name?Universit?t ZU K?ln!
Das klingt ja edel. Das klingt historisch. Das klingt nach gro?er Tradition. Das klingt nach atemberaubender Sch?nheit! Wenn ichs nich besser w?sste, w?rde ich schon fast sagen, das klingt nach Elite-Uni!

Als ich dann im Schnellverfahren meine Sachen gepackt und den Eltern lebe wohl gesagt hatte, ging es also los. Das Abenteuer Universit?t zu K?ln! Und mittlerweile, wo ich schon ein bisschen in K?ln ans?ssig bin, kann ich unverbl?mt behaupten: ?Das ist hier wirklich ein Abenteuer??Aber irgendwie hatte ich mir das doch anders vorgestellt.

Als ich w?hrend meiner Einf?hrungswoche durch die zahlreichen Unigeb?ude schlenderte, konnte ich meine Gef?hle kaum beschreiben. Alles so?grau und ??h geradlinig. Aber doch herzliche vertraut, da es auf mich wie eine Mischung aus Kaserne und Ordnungsamt wirkte. Als ich dann h?rte, dass ausgerechnet die PhilFak preisgekr?nt unter Denkmalschutz steht, konnte ich mir das nur so erkl?ren, dass es sich hierbei wohl um ein architektonisches Mahnmal deutscher Nachkriegsbaukunst handeln muss. W?hrend ich noch dar?ber nachdachte, ob es Mahnmale dieser Art ?berhaupt gibt, und dessen Errichtung ?berhaupt sinnvoller als eine Abrisskugel sind, fielen mir noch gar nicht die zahlreichen Freizeitm?glichkeiten der Hochschulen auf. Das kam dann erst, als mein mit etlichen Freistunden garnierter Stundenplan feststand. Hier ist f?r alles gesorgt, schrie ich auf. Der Innenhof der EZW gleicht einer ?berdimensionalen Spielwiese, auf der sich die heranwachsenden Lehrkr?fte gleich an die bunten Freizeitparks auf s?mtlichen deutschen Schulh?fen gew?hnen k?nnen. W?hrend die Studenten im Kern des Unigel?ndes sich im Sommer auf dem Albertus-Magnus-Platz auf dem sonnengew?rmten Asphalt r?keln, und der Charme der gro?en Prachtstra?e darunter, f?r das n?tige Freistundenfeeling sorgt; gleicht der Weg zur Mensa im Winter eher abenteuerlichem Schlamm-Rafting, dessen therapeutische Bewegungsvielfalt, nach stundenlanger Sitzerei in den Vorlesungen nicht zu untersch?tzen ist.

Doch lange Rede kurzer Sinn. Worum geht?s hier eigentlich? Genau?ums Studieren.
Also ging ich mal los, und schaute mir meine Vorlesungen so an. Ich staunte nicht schlecht, als ich, der sogar p?nktlich war, in einem H?rsaal, in den locker 800 Studenten passten, keinen Sitzplatz mehr bekam. Weder auf einem Stuhl, noch auf dem Fu?boden. ?Man, sind die alle bildungsgeil hier? dachte ich, w?hrend zeitgleich meine Motivation ins unermessliche stieg.
Als der Prof in der Begr??ungsansprache dann gleich noch auf nebens?chliche Probleme der Universit?t wie finanzielle Schwierigkeiten, Dozentenmangel und zu wenig R?ume zu sprechen kam, grinste ich mir triumphierend ins F?ustchen. ?Hihi, Mensch Bojan du hast es geblickt! Das hier ist alles nur ein Test und gleichzeitig ein Fingerzeig f?r ?bermotivierte Studis wie mich! Ganz nach dem Motto: ?bertreibt es nicht mit der Lernerei. Es gibt noch wichtigere Dinge im Leben als die Uni?.

Immer noch gefesselt, von der f?rsorglichen Mitmenschlichkeit meiner ersten Eindr?cke, bemerkte ich recht schnell, dass auch die F?rderung der Internationalit?t nicht zu kurz kommt! Denn ein Ausl?nderanteil von knapp 10 Prozent ist nat?rlich nicht so viel. Super find ich es deshalb, dass eine meiner Vorlesungen samt abschlie?ender Klausur nun komplett in englischer Sprache vorgetragen wird. Dass in dieser Vorlesung nur geb?rtige Deutsche sitzen, und der Prof selbst Probleme mit der Aussprache hat, st?rt mich ?berhaupt nicht. Denn verst?ndlich gehaltene S?tze wie ?You must have all Teilnahmescheine, to write the Klausur? sind nun wirklich auch f?r Englisch-Anf?nger leicht zu verstehen.

?You must write the Klausur?! Genau so ist es... umso besser finde ich es, dass hier in K?ln kein gro?es b?rokratisches Traaraa um die Anmeldungen gemacht wird. Man druckt einfach alle Unterlagen, Zeugnisse und Bescheinigungen, die man f?r die Immatrikulation schon gebraucht hat noch mal aus und bringt alles zu den ausgeglichenen Mitarbeiterinnen des Pr?fungsamtes. Fertig ist der Pr?fungsausweis. H?tte mir vorher wer gesagt, dass man circa 2 Stunden f?r die Beantragung anstehen muss, h?tte ich mein kleines Picknickk?rbchen gepackt, und die Wartezeit h?tte fast einem gem?tlichen Nachmittag am Aachen Weiher geglichen.

W?hrend ich nun also in den H?rs??len, wo Essen und Trinken strengstens verboten ist, zwischen verschimmelten Butterbroten und Apfelresten meine Notizen mache, schweife ich gerne in Gedanken aus, und stelle mir vor, wie gut es die Studenten erst haben werden, wenn die Studiengeb?hren endlich kommen.

In diesem Sinne, ein Hoch auf unsere Elite-Uni!
30.1.06 20:36


Mein Geburtstag

Mein 22. Geburtstag (17.01.) beginnt toll! Um kurz vor 12 werde ich von der Nachbarschaft, Simon und meinem s??en Renchen ?berrascht und wir trinken und feiern bis um 3; um 5 war ich dann auch irgendwann am Schlafen? um 6:30 uhr klingelte der Wecker, da ich und Simon in die Uni mussten und Rena in die Schule?
Wie mir dann um 7:55 Uhr auff?llt f?ngt die Vorlesung erst um 8:30 Uhr an?Wow! Was f?r ein Start in den Tag? Na ja egal, davon lass ich mich nich schocken, also klopp ich erstmal den Laptop aufn Tisch, hau nen paar Download-Links bei Bitcomet rein und guck was es sonst so im Internet neues gibt. Nach 90 min?tigem Geschwafel ?ber f?deralistische Systeme und nem K?ffchen mit n paar Kommolitonen im Erfrischungsraum, lauf ich in die Mensa, um meine tolle >Studentenwerk Service Card< mit neuem Geld zu bereichern um die fantastischen Waschautomaten in dem Keller des benachbarten Studentenwohnheimes zu bedienen? soweit so gut? 10 Euro auf die Karte geknallt? ab nach hause mit dem Dus, der sogar sofort kam (was ein Gl?ck)! Zu Hause angekommen mach ich erstmal den Abwasch.
Danach sortiere ich meinen ?berdimensionalen Drecksw?scheberg in 4 s?uberlich geordnete H?ufchen und stolziere mit prallgef?llter >Studentenwerk Service Card< ins Nebenhaus zur Waschk?che? und ab dann nimmt das Dilemma Stufe 1 seinen lauf...

Meine prall gef?llte >Studentenwerk Service Card wird nicht angenommen!
?Fehler 285 ? Einsteckrichtung beachten?? ? Schon allein dieses Fragezeichen regt mich auf. Was hat das Fragezeichen da zu suchen!? Ich denke Maschinen sind so schlau. Und so eine verdammte Maschine die sich nur mit >Studentenwerk Service Cards< besch?ftigt, kann ja wohl mal wissen, was es mit der Einsteckrichtung auf sich hat, die aus meiner Erfahrung zweifellos richtig war. 285!!!??? Ahja? hilft mir weiter? na ja? ich probiers weiter?
Ich wische, rubbel, lecke, grabbel, kratze und knicke an der >Studentenwerk Service Card< herum, doch selbst beim f?nfzigsten Mal sagt er immer noch: ?Fehler 285 ? Einsteckrichtung beachten?? Ich schlage auf die Kiste ein und probiere es unerm?dlich weiter, w?hrend das Licht des zweizeiligen LED-Displays schon leicht zu flimmern anf?ngt. Und dann das Wunder von Lindenthal! Er nimmt sie an! Der Betrag wird angezeigt! Der Automat fragt mich ?Automat Start / Automat Stopp?? ? Jaja alles klar! F?lle 2 Maschinen mit W?sche; hau das Waschmittel rein; dr?ck auf Express-Waschen; Klappe zu; ?Automat Start?!
Ich also wieder zur?ck in meine Wohnung und guck was es so neues gibt; chatte mit Simon; und verfalle in, durch den Schlafmangel verursachte, Trance. 40 Minuten sp?ter r?ttelt mich mein Wecker wach. Aha, ersten beiden Maschinen sind fertig. Also die noch vorhandene W?sche mitnehmen und ab in den Keller?Beginn von Dilemma Stufe 2?

Ich ?ffne T?r 1 (vom Nebenhaus), ich ?ffne T?r 2 (zum Durchgangs-Fahrrad-Keller), ich ?ffne T?r 3 (zum W?schekeller, alles mit Schl?sseln wohlgemerkt, super nervig mit 5kg W?sche aufm Arm). Und dann?
Das einst so stolze zweizeilige LED-Display des Automaten ist nun nur noch ein k?mmerliches Flackern mit der Helligkeit einer Hit-Radio-Antenne-Schl?sselbund-Taschenlampe. Mit angestrengtem Blick kann ich noch die Buchstaben: b, e, a, c, h, t, e, n, ?, erblicken... ?beachten?? ? HAHA?bevor ich bemerke, dass ich tierisch in der Scheisse stecke, erf?llt mich ein Gef?hl der Genugtuung. ? Na, dir hat wohl einer dein bl?des Maul gestopft, was?? murmel ich ich vor mich hin. Doch dann bemerke ich, dass auch die leuchtenden Punkte der Waschmaschinen nicht mehr blinken. Der Versuch meine >Studentenwerk Service Card< in den Kasten zu stecken bleibt ein Versuch. Die Waschmaschinen bleiben verschlossen, weil diese nur mit der >Studentenwerk Service Card< zu ?ffnen sind. ?Na super? denk ich mir. Ich versuche noch kurz und liebevoll den Kasten mit Gewalt zur vernunft zu bringen und den Sicherheitsverschluss der Waschtrommeln zu ?ffnen, aber keine Chance. Also greif ich zum Telefon und w?hl die 11833, denn da werden sie geholfen, um die Nummer des Studentenwerks zu erfragen? und hier beginnt Dilemma Stufe 3?

DA WERDEN SIE GEHOLFEN? Naja, die freundliche Stimme mit ostdeutschem Dialekt vermittelt mir freundlich die Nummer und stellt mich gleich durch. Als besonderen Service schickt einem 11833 die Nummer gleich noch per SMS aufs Handy, damit man die f?r sp?tere Anrufe parat hat. Ganz gro?es Tennis ist das, wenn die angebliche Nummer des Stundentenwerks gar nicht vorhanden ist. Das sagte mir zumindest die Computerstimme der Telekom. Also wieder zur?ck in meine Wohnung; Internet an; Nummer selber rausgesucht; angerufen. Und da erklingt auch schon die zickige Stimme der Hausverwalterin. Ich schilder ihr die Geschichte in einem kurzem Res?mee, doch sie erz?hlt mir, dass der Haustechniker zur Zeit Mittagspause macht. ?Ja, und nun??? ich solls mal beim Hausmeister probieren, aber die Nummer hat sie gerade nicht zur Hand? Als ich fragte wof?r eigentlich das ?Service? im Namen der >Studentenwerk Service Card< steht, h?rt ich auch schon ein Tuten in der Leitung. Aufgelegt! ?Vielen dank du *****!?
Ich mach mich also auf die Suche nach dem Hausmeister. Was in einem Wohnheimkomplex, dass sich ?ber 4 Stra?en erstreckt gar nicht so einfach ist. Gl?cklicherweise traf ich einen netten Studenten, der zuf?llig auch noch im Wohnhausb?ro arbeitet und zuf?llig auch noch die Nummer vom Hausmeister samt funktionierendem Handy dabei hatte. ?Yeah, ich hab ja doch noch ein bisschen Gl?ck? dachte ich! ?doch dann begann Dilemma Stufe 4?

Vertieft in meine ?Auto,Motor,Sport? warte ich lockere 40 Minuten, sitzend auf der Waschmaschine. Pl?tzlich h?r ich etwas schnaufen; schwere Schritte im Gang sind zu vernehmen. Als der Hausmeister vor mir stand konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, denn beim Anblick dieses Herren k?me sich selbst Reiner Calmund wie ein magers?chtiger Skispringer vor. Er brabbelte irgendwas unverst?ndliches zur Begr??ung, dass ich zu erst dachte, er w?re ein Russe oder Pole, bis ich ein kleines Namensschild mit der Aufschrifft ?Schmidt? an seinen ?berdimensionalen Biertitten entdeckte, vor denen selbst Dolly Buster vor Neid erblasst w?re. Doch das war mir dann auch egal. ?Endlich mal einer der was von Waschmaschinen versteht? schrie ich auf, w?hrend ich kurz mit b?sen Blicken den flimmernden Elektrokasten anschaute. Meine Hoffnungen verflogen recht schnell, als dem Hausmeister auch nix besseres einfiel, als im Nebenraum eine Taste mit den Lettern ?On? und ?Off? an- und auszuknipsen. Nach 20 Minuten dieser hingabevollen Bet?tigung fing er an mit einem Schraubenzieher das Sicherheitsschloss der Waschmaschine zu knacken. W?hrend er so da kniete, und mir wackelnd seine picklige, fettige und haarige Arschritze pr?sentierte, kam ich, mit fast abgebranntem Kippenstummel, schon wieder auf ungute Gedanken. Obwohl dieser Typ die personifizierte Asexualit?t darstellte, entschied ich mich doch daf?r, den Stummel auf den Boden zu werfen und auszutreten. Nach weiteren 20 Minuten der Prokelei mit seinem Schraubenzieher stand er auf und brabbelte mir ?ich brauch anderes Werkzeug? entgegen. Also hie? es wieder warten. F?nf Minuten sp?ter stand Herr Schmidt mit Hammer und Brecheisen in der T?r, grinste mich an (die Zahn-Details lass ich lieber mal aus) und sagte, diesmal sogar sehr deutlich zu verstehen, ?Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt?. Ich noch etwas ?berrascht, ?ber seine Kenntnisse der deutschen Literatur, nahm ihm den Hammer ab und sagte grinsend ?Ich glaube, ich habe sie untersch?tzt!?

Nachdem ein Brecheisen-Versuch an den Sicherheitsschl?ssern nichts brachte, h?mmerten wirt gemeinsam auf alle m?glichen ?ffnungen der Maschinen ein, bis pl?tzlich das Schloss wie von Geisterhand aufsprung und meine Klamotten wieder frei waren. Das verkalkte Wasser, dass sich in den Schl?uchen des Kellers angesammelt hatte, schoss in den Keller und ich war froh, dass Herr Schmidt ?ber seinem wei?en T-Shirt noch ein blaues J?ckchen trug. Der Gedanke an die billige Calgon-Werbung schoss in mein Hirn: ?Kein Calgon benutzt? Nein! Warum? Nun war es ein Kinderspiel. Im Blutrausch h?mmerten wir auf Maschine Nummer zwei ein und kurze Zeit sp?ter gab auch diese nach. Nun ging ich mit den verkalkten und klitschnassen Klamotten wieder in meine Wohnung. Ich presste das Wasser aus und hing sie auf.

Nach dreieinhalb Stunden, war ich nun 10 Euro ?rmer (denn meine Karte war auf einmal leer) und hatte gef?hlte 60kg noch dreckigere W?sche in meinem Badezimmer rumliegen.
Tja, was bleibt? Die Erfahrung wie man sich an seinem 22. Geburtstag wie 44 f?hlen kann, und eine lebhafte Erinnerung an ?Brecheisen-Schmidti? a.K.a ?Der Erlk?nig?
30.1.06 20:35





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